Auf einer Pressekonferenz am 5. Juni in Berlin stellten PRO ASYL und medico international die von beiden Organisationen gemeinsam herausgegebene Broschüre "Migration und Flüchtlingsschutz im Zeichen der Globalisierung" vor. Sie fordern die Europäische Union auf, ihre Flüchtlingsschutz- und Entwicklungshilfepolitik drastisch zu ändern. Politisches Fehlhandeln und Versäumnisse der industrialisierten Staaten seien wesentliche Ursache von Flucht und Zwangsmigration.

 

[Pro Asyl-Presseerklärung 5.6.2008]

[Gedruckte Broschüre bestellen]

PRO ASYL-Wandkalender

Noch einige Exemplare des Wandkalenders "Berühmte Einwanderer" bei PRO ASYL erhältlich. 

Der immerwährende Kalender eröffnet einen überrraschenden und ungewöhnlichen Blick auf die Geschichte der Zuwanderung.

Format DIN A3, vierfarbig, 16,90 Euro (zzgl. Versandkosten)

Wir danken allen, die PRO ASYL mit dem Kauf des Kalenders unterstützen. Kalender bestellen

Unser Dank gilt auch der Werbeagentur J. Walter Thompson (JWT) für die kostenfreie Entwicklung.

Recht auf ein Konto für Geduldete

Mit dem neuen Geldwäschegesetzes, das im August 2008 in Kraft getreten ist, wurden Geduldete gesetzlich von der Kontoeröffnung ausgeschlossen. Denn nach der neuen Rechtslage reicht eine normale Duldung nicht mehr für die von den Banken durchzuführende Identitätsüberprüfung bei der Kontoeröffnung aus.

Über 100.000 Geduldete sind betroffen. Die Folgen sind dramatisch: Das Verbot der Kontoeröffnung führt zu einem umfassenden sozialen Ausschluss und verhindert eine Integration der Betroffenen. Der Zahlungsverkehr findet heutzutage in aller Regel nicht in bar statt. Ohne Konto wird zum Beispiel das Anmieten einer Wohnung, das Eingehen eines Arbeitsvertrages und der Abschluss eines Handyvertrages zu einem großen, oft unüberwindbaren Problem.

PRO ASYL fordert, dass das Geldwäschegesetz so verändert wird, dass eine Duldung zur Identitätsprüfung bei der Kontoeröffnung ausreicht.

Petition von PRO ASYL an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages: Petition

Stand: November 2008

Von Evian nach Brüssel

Im Sommer 1938 trafen sich in Evian die Bevollmächtigten von 32 Staaten, um über die Aufnahme von jüdischen Flüchtlingen aus Nazideutschland zu beraten. Das Ergebnis war niederschmetternd: Kein Land erklärte sich bereit, die Aufnahmebedingungen zu lockern. 70 Jahre nach Evian veranstalteten das Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin, der Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe im Deutschen Bundestag sowie PRO ASYL e.V. eine Konferenz, bei der in Erinnerung an Evian Fragen an die gegenwärtige Asylpraxis und die Zukunft des Schutzraumes Europa gestellt wurden. Der Schutz von Flüchtlingen muss auf die Agenda der internationalen Politik, so die Medieninformation zur Konferenz vom 2. Juli 2008.

Der 270-seitige Tagungsband "Von Evian nach Brüssel" mit historischen und aktuellen Beiträgen kann über den von Loeper Literaturverlag bestellt werden.

Deutliche Kritik an Konzept der "Zirkulären Migration"

Bernd Mesovic

Auf der Sachverständigenanhörung des Bundestags-Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat PRO ASYL-Referent Bernd Mesovic am 16. Januar 2008 deutliche Kritik am Konzept der "Zirkulären Migration" formuliert. Es stelle sich die Frage, ob es bei diesem Modell einen Unterschied zur ehemaligen Gastarbeiter-Politik gebe. Sei die Strategie des zeitlich begrenzten Arbeitsaufenthalts von Zuwanderern mit einem Rückkehrzwang verbunden, "dann werden die alten Fehler wiederholt". Mesovic warnte vor der Verletzung von Bürgerrechten.

Stellungnahme von Bernd Mesovic            Zur Dokumentation der Anhörung

Neuauflage: "Recht für Flüchtlinge"

Auf dem Stand der aktuellen Gesetzgebung ist die soeben erschienene sechste, vollständig überarbeitete Neuausgabe des Leitfadens durch das Asyl- und Ausländerrechts für die Praxis "Recht für Flüchtlinge" von Hubert Heinhold.

Das Buch aus dem von Loeper Literaturverlag enthält alles, was Haupt- und Ehrenamtliche über das Ausländer- und Asylrecht wissen sollten. Die grundlegenden Veränderungen und Neuregelungen des Jahres 2007 sind berücksichtigt. Auf 327 Seiten werden alle wesentlichen Problembereiche zwischen Asylantragstellung, Verwaltungs- und Gerichtsverfahren bis zur Anerkennung bzw. Aufenthaltsbeendigung behandelt.

Dr. Gottfried Köfner, UNHCR Regionalvertreter für Deutschland, Österreich und die Tschechische Republik, im Vorwort: "'Recht für Flüchtlinge' wird wohl auch in dieser Auflage das Standardwerk gerade für diejenigen sein, bei denen teure juristische Loseblattkommentare nicht unbedingt im Regal stehen. Das Buch ist darüber hinaus als Einstiegslektüre für Juristinnen und Juristen, die nicht jeden Tag mit dem Asylrecht zu tun haben, zu empfehlen."

["Recht für Flüchtlinge" bestellen]          [Download, kapitelweise]

Fotobuch und Filme

Displaced - Flüchtlinge an Europas Grenzen

  • Fotobuch (128 Seiten, vierfarbig, gebunden)
  • Dokumentarfilm "Au clair de la lune" (Burkina Faso, Mali, Elfenbeinküste; 40 min)
  • Dokumentarfilm "Le Heim" (Deutschland, 16 min.)

Die Reise der Fotografin und Dokumentarfilmerin Leona Goldstein beginnt in Westafrika, wo korrupte Politiker ihre Wahlkampagnen von französischen Unternehmen führen lassen, wo gleichzeitig bittere Armut die Menschen in die Flucht zwingt. Goldstein folgt der Ausbeutung der Rohstoffe und der Menschen, spricht mit Oppositionellen und Flüchtlingsfrauen. Sie sucht die Menschen vor den Mauern der "Festung Europa" in Marokko und in der Ukraine auf. Schließlich geht sie hinein in ein isoliertes Flüchtlingslager in deutschen Wäldern, Exklave im Inneren Europas, in dem Flüchtlinge auf sechs Quadratmetern Niemandsland vegetieren, in der Regel ohne Chance auf Asyl.

Ergebnis der Reise sind ein Fotoband und zwei Dokumentarfilme. PRO ASYL gibt dieses Medienpaket heraus, das sich als Geschenk oder für die politische Bildungsarbeit von Jugendlichen und Erwachsenen eignet. Alle Inhalte sind dreisprachig (deutsch / englisch / französisch).

Fotovorschau  (Blättern mit der Pfeiltaste)             Buch bestellen

Handbuch zum Flüchtlingssozialrecht

"Sozialleistungen für MigrantInnen und Flüchtlinge"

Ein Handbuch für die Praxis von Georg Classen

Das Zuwanderungsgesetz hat zu wesentlichen aufenthalts- und sozialrechtlichen Änderungen geführt. 2005 traten zudem die Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Hartz IV) sowie das neue Sozialhilferecht nach dem SGB XII in Kraft. Die Ansprüche von MigrantInnen auf Sozialleistungen wurden seitdem durch zahlreiche Änderungsgesetze modifiziert.

Das vorliegende Handbuch von Georg Classen, erschienen im von Loeper Literaturverlage erläutert das gesamte Sozialrecht differenziert nach dem jeweiligen Aufenthaltsstatus. Classen liefert Praxisbeispiele, Argumentationshilfen und Musteranträge und erklärt die Möglichkeiten zur Rechtsdurchsetzung. Zahlreiche mit Internetfundstellen versehene Hinweise auf Rechtsprechung und Literatur ergänzen das Handbuch und machen es für die Migrationsberatung, für AnwältInnen und RechtsanwenderInnen, aber auch für Wissenschaft und Forschung zum unentbehrlichen Hilfsmittel und Nachschlagewerk.

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Stand: Februar 2008

Leben im Zwischenraum

Ein Film über den Alltag von Flüchtlingskindern in Deutschland

 

Jährlich kommen einige hundert minderjährige Flüchtlinge ohne ihre Eltern nach Deutschland. Viele von ihnen haben in der Vergangenheit traumatische Erfahrungen gemacht. Doch der Weg zu dauerhaftem Schutz und Bleiberecht in Deutschland ist lang und steinig.

In dem Film "Leben im Zwischenraum" erzählen die beiden afghanischen Jugendlichen Ali und Saiffudin von ihrer Flucht und den Stationen, die sie nach ihrer Ankunft in Deutschland durchlaufen haben. Der Film macht deutlich, mit welchen Hindernissen und Unsicherheiten minderjährige Flüchtlinge in einer ihnen fremden Umgebung zu kämpfen haben und gibt gleichzeitig Anregung zur Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderflüchtlinge.

Ein Film von Mischa Wilcke und Patrick Protz in Zusammenarbeit mit PRO ASYL, 2007, Spielzeit ca. 30 Minuten

Film bestellen

Handbuch für Schulen: "Flucht und Asyl"

In einem gemeinsamen Projekt haben GEW, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, PRO ASYL, terre des hommes und Uno-Flüchtlingshilfe e.V. das Handbuch für Schulen "Flucht und Asyl - ein Thema für Schulen" - jeweils für die Grund- und Sekundarstufe - erarbeitet.

 

Die Handbücher möchten LehrerInnen Mut machen, sich mit dem Thema Flucht und Asyl im Unterricht zu befassen. Das Wissen um die rechtliche und soziale Lage von Flüchtlingen kann Vorurteile abbauen und für die oft schwierige Lebenssituation von Flüchtlingen sensibilisieren.

Für die Grundstufe sind Informationen aufbereitet, die Lehrkräften einen historischen und globalen Überblick über Fluchtbewegungen und -hintergründe liefern. Das Handbuch gibt Anregungen, sich über die bisher üblichen Ansätze hinaus mit Fluchtursachen, Fluchterfahrungen und Lebenswirklichkeiten von Flüchtlingen systematischer zu beschäftigen. Ein ausführlicher Teil umfasst Hintergrundinformationen über Flucht weltweit, Flüchtlingsschutz, das deutsche Asylwesen sowie einen Blick in die deutsche Geschichte. Anregungen und Kopiervorlagen zur altersgerechten Umsetzung dieser Themen im Unterricht ergänzen diesen Teil. Besondere Beachtung gilt dabei der Situation von Flüchtlingskindern an unseren Schulen. Das Material für die Sekundarstufe stellt darüber hinaus zu allen Themenblöcken Zahlen, Fakten und Informationen über Fluchtbewegungen zur Verfügung.

Beide Handbücher beinhalten Hinweise und Kontakte zu Anlauf- und Beratungsstellen. Sie sind als lose Blattsammlung (DIN A-4 Ordner) zum Mitmachen konzipiert und können durch weiteres Material ergänzt werden.

Die Handbücher sind über IBIS - Interkulturelle Arbeitsstelle e.V. in Oldenburg zum Einzelpreis von 7,10 Euro bestellbar.

Stand: Herbst 2006

Vom Fliehen und Ankommen - Flüchtlinge erzählen

Wer aus seiner Heimat vertrieben wird, muss in dem Land, in das er geflohen ist, noch einmal ganz von vorn anfangen. Je nach politischer „Großwetterlage“ bietet der Start in ein neues Leben zahlreiche Chancen, kann aber auch zur vollständigen Entwertung der bisherigen Biografie führen. So waren Flüchtlinge des „Prager Frühlings“ in den Zeiten des Kalten Krieges in Deutschland durchaus willkommen, während sich die meisten Asylsuchenden spätestens nach der Verschärfung des deutschen Asylrechts im Jahr 1993 auf zahlreiche bürokratische Hürden einstellen mussten.

In diesem Buch berichten Flüchtlinge über Verfolgung, Ankunft in Deutschland und die teils erfolgreichen, teils scheiternden Versuche, hier Fuß zu fassen. Die Beiträge, die den Zeitraum von 1933 bis zur Gegenwart umspannen, zeigen, dass Flüchtlinge das gesellschaftliche Leben in Deutschland mitgestalten. Sie schildern aber auch, wie traumatische Erfahrungen, Heimweh und die politisch gewollte Ausgrenzung das Leben von Flüchtlingen über viele Jahre hinweg bestimmen. Die Sammlung von Lebensgeschichten, die anlässlich des 20-jährigen Bestehens von PRO ASYL erscheint, macht zudem auf die Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements für Asylsuchende aufmerksam.

PRO ASYL (Hrsg): Vom Fliehen und Ankommen, September 2006, 144 S., kart., € 16,90

[Buch bestellen beim von Loeper Literaturverlag]